Der Gartenengel

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Himmlische Wesen sind in unserer Welt ja nicht unbedingt sichtbar und doch darf ich behaupten, dass ich ab und zu Besuch bekomme von einem Gartenengel. Es ist nicht die kleine Putte, die manchmal in der Adventszeit in einem Arrangement den Eingangsbereich unseres Hauses schmückt, sondern ein Wesen aus Fleisch und Blut, das über Muskelkraft und Ausdauer verfügt. Was will frau im Garten mehr, wenn sie über die anderen Eigenschaften die es für’s Garteln braucht selbst verfügt?! Mein Gartenengel meldet sich sporadisch drei bis viermal pro Jahr telefonisch und fragt, ob ich Arbeit für ihn hätte. Und ob ich Arbeit habe. Immer! Wie bin ich froh, wenn ich weiss, dass er am nächsten Tag kommt. Er erzählt nicht gerne von sich, sagt auch nicht woher genau er kommt (für mich aus dem Himmel!). Und ich weiss, dass er ebenfalls bei anderen Leuten auf diese Weise arbeitet. Seine Arbeitsgeber sind „Gottes Bodenpersonal“, wie er sich ausdrückt (d.h. Menschen die irgendwo im kirchlichen Bereich tätig sind). Ich weiss aber auch, dass er ein grundehrlicher, liebenswürdiger, einfacher, vielleicht manchmal etwas kauziger Mensch ist. Und wir sind mit der Zeit ein richtiges Superteam geworden , denn er kommt nun schon ein paar Jahre. Im Frühling telefoniert er, pünktlich wie die Schneeschmelze, damit er seine Lieblingsarbeit verrichten kann. Dann wird geschnitten und gesägt, alles von Hand. Bäume, Büsche, manchmal sogar Rosen (wenn ich nicht schnell genug bin und Einhalt gebiete!) einfach alles was ihm unter die Finger kommt und ich …..kann/muss/darf dann häckseln oder auf eine andere Art mithelfen. Da aber auch in unserem Garten nicht immer geschnitten und gesägt werden kann (wo kämen wir da hin?), ist er dazu übergegangen noch andere Arbeiten zu verrichten. Gartenbeete umgraben, dicke Holzpfähle einschlagen, Steine verlegen, Mauern flicken u.ä. kurz, er verrichtet die Arbeiten, die ich selbst nicht (mehr) tun kann/sollte und entlastet mich dadurch sehr. Ich bin glücklich und dankbar, dass es noch Gartenengel gibt! Heute kommt er wieder!

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Dunrobin Castle Gardens

Wir befinden uns nun in den Highlands, in der Nähe von Golspie (Sutherland). In diesem im französischen Stil erbauten Schloss wohnen immer noch die Nachkommen des 1. Earl of Sutherland, dessen Vater das Land im 13. Jh. gekauft hatte. Teile des damaligen Hauses sind im ständig erweiterten Gebäude noch heute integriert. Das Innere des Schlosses, sehr verwinkelt und mit einer grossen Anzahl Räumen für jegliche Art von Bedürfnisse, lässt den Besucher nie vergessen, dass in dem Schloss noch gewohnt und gelebt wird. In jedem Zimmer, das wir besichtigen konnten, standen auch wundervolle, üppige Blumenarrangements und eine Dame erklärte stolz, dass alle aus dem eigenen Schlossgarten kämen.

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Der Garten ist Versailles nachempfunden worden. Er ist in zwei formale Parterres aufgeteilt, die sich je um einen Teich mit Springbrunnen formieren. Die Frühlingsblumen wie Tulpen, Narzissen und Vergissmeinicht waren gerade am Verblühen, gleichzeitig zeigten sich an den Südwänden des Schlosses bereits die ersten blühenden Rosen.

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Kürzlich soll die Gartenanlage erneuert, bzw. die Bepflanzung etwas abgeändert worden sein. So gibt es neu einen Gemüse- und Obsgarten. Faszinierend fand ich die beiden so verschiedenen Ausblicke. Einmal vom Schloss herunter auf den formalen, für das Auge ruhig wirkenden Garten und das Meer dahinter und dann andererseits vom Garten unten, mit den vielen bunten Blumen und dem Wasserspiel, hinauf auf das mächtige, auf dem Fels trohnende Schloss.

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Cawdor Castle

Auf unserer Reise in den Norden von Schottland haben wir auch einen Halt gemacht in Cawdor Castle in Nairn (Nähe Inverness). In diesem Schloss hat es eigentlich drei Gärten: den beinahe obligaten Walled Garten (von Mauern umgeben), übrigens aus dem 16. Jh. und ältester Teil der Anlage, den Blumengarten (vor den Wohnräumen liegend und mit Blumen aus allen Jahreszeiten. Es wurde darauf geachtet, dass dieser Gartenteil im August am schönsten war, denn da hatten die Schlossbesitzer am meisten Gäste im Haus) und den sogenannten Wild Garden (aus dem 19. und z.T. 20. Jh.), wo Bambus, Rhododendron, Primeln, Narzissen, und Weiden wild durcheinander wachsen.

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Blumengarten

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Wild Garden

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Walled Garden

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Gewisse Beete zeigen noch nichts Blühendes. Anhand der Pflanzen, Blätter usw. kann man sich in etwa vorstellen, wie es später aussehen wird, bzw. die Schönheit der Borders erahnen..

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Deadheading

Deadheading: ein Wort das in Englisch eine Arbeit treffend beschreibt, aber in der wortwörtlichen Deutsch-Übersetzung eigentlich nichts Positives bedeutet. Und doch, es gibt nichts Schöneres, als am Abend durch den Garten zu gehen und die verblühten Rosen abzuschneiden (eben totköpfen), sich in Gedanken schon auf die nächste Blüte zu freuen und gleichzeitig noch den letzten Rosenduft einzuatmen. Heute war wieder so eine „Arbeit“ angesagt. Zwischen zwei Regengüssen hat ein kleiner Teil der Rosen das „deadheading“ und damit auch wieder eine anständige Strauchform bekommen. Wegen Ferienabwesenheit und des enormen Wachstums in den letzten Wochen, resp. durch das schnelle Verwelken infolge des warmen Wetters und jetzt des Regens, habe ich viel nachzuholen. Ein paar Alte Rosen zeigen keine neuen Blütenansätze mehr, andere haben ihren Zenit überschritten und ein paar wenige späte Sorten (Super Excelsa, Super Dorothy, The Fairy, Heidetraum, Alba Meidiland, u.a.) zeigen Knospen, sind also kurz vor dem Erblühen. Dann gibt es auch noch die pflegeleichten Dauerblüher, eine davon ist Leonardo da Vinci, die schon seit drei Wochen blüht und noch kein deadheading erfahren hat.

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Maria Lisa, zwei aus Stecklingen gezogene Rambler, haben den Pavillon auf der Südseite überzogen und setzen einen starken Farbakzent im neuen Gartenteil (da gibt es kein deadheading).

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Dieser Gartenteil war vor vier Jahren noch ein kleiner Rebberg.

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Im alten Gartenteil hat die vierjährige Kletterrose Albertine schon bald die ganze Länge des Durchgangs erreicht. Rechts davon soll eine vor zwei Jahren gepflanzte New Dawn dem Durchgang den ganzen Sommer hindurch etwas Farbe geben. Anschliessend stehen als „Leitrosen“ Leonardo da Vinci, Gertrude Jekyll (2x) und ganz rechts aussen, nur vom Gartenteich her sichtbar, Eden Rose. Im Beet hat es noch diverse Bodendeckerrosen (weiss, dunkelrosa) und versteckt eine Souvenir de la Malmaison (die leider etwas zu wenig Sonne bekommt und von Anfang an nicht recht wachsen wollte).

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Cambo

Dieser wunderschöne, grosse Garten in Kingsbarns (nahe St. Andrews, Fife) war früher vorallem für die aussergewöhnliche Sammlung von Schneeglöckchen bekannt. Heute ist er zu jeder Jahreszeit sehenswert. Wenn wir ihn zu einem späteren Zeitpunkt besucht hätten, wären wohl die über 250 Alten Rosen und Rambler in Blüte gewesen.

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In dem zum Grundstück gehörenden Haus gibt es einige wenige Zimmer für B&B. Die Preise sind allerdings happig. Der Garten vor diesem Haus ist Privat und kann nur von den dort übernachtenden Gästen besichtigt, bzw. betreten werden. Wir gehörten nicht dazu! Anschliessend an diesen Privatpark führt ein Waldweg direkt zum Meer und man kommt plötzlich zum Abschlag eines (exklusiven) Golfplatzes. Auch das gehört zu Schottland.

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Zum Parkplatz kehrten wir auf dem Waldpfad zurück, am Landhaus mit seinen äusserst gepflegten Borders und dem Samtrasen vorbei.

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Aberdour Castle & Garden

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Nächster, zufälliger Halt im Aberdour Castle & Garden in Aberdour (Fife). Dieses Schloss wurde im 14. Jh. gebaut und ein Teil davon ist noch bewohnt. Ein terrassierter Garten (mit übrigens noch sehr viel freier Fläche zum Bepflanzen!!) wurde in 1970er Jahren wiederentdeckt und restauriert.

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Beim Lösen der Eintrittskarte habe ich erwähnt, dass ich bloss den Garten besichtigen möchte. Darauf wurde der Headgardener gerufen, und dieser ist dann mit mir gekommen und hat die Beete, bzw. die Pflanzen erklärt. Einige davon waren mir unbekannt oder ich kannte den lateinischen Namen nicht. Es hatte keine anderen Besucher in dem riesigen Garten. Mein Mann hat derweilen unter dem Regenschirm draussen seine Pfeife geraucht.

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Ein in der Form aussergewöhnlicher Taubenschlag, Ende des 16. Jh. gebaut.

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Bei den vielen freien Flächen kommt man direkt in Versuchung von Bepflanzungsplänen zu träumen!

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